Der Tiger im WohnzimmerEs gibt so Tage das läuft auch so ziemlich alles schief – und irgendwie ist das alles nicht so schlimm, wenn man nur auf der Bühne steht und für euch spielt.

Eigentlich ging das schon in Hamburg los. Sebastian stand durch eine Verkettung ungünstiger Umstände ohne Gitarrenpickup da. Wir spielen zwar auch ohne Strom, aber mit klingts auch weiter hinten im Publikum besser. Also fix einen neuen gekauft, der dafür auch erheblich besser klingt. Jetzt aber schnell ab nach Berlin und hoffentlich irrt der Gitarrengeschäftsverkäufer mit seiner Stau-Vorhersage.

Die Autovermietung hatte uns heute (vielleicht weil wir so treue Kunden sind) mit einem dekadent großen Mercedes ausgestattet. Fahrkomfort hin oder her – Paule hatte definitiv mehr Soul. Schneller gings aber eindeutig und wir waren mehr als pünktlich im „Wohnzimmer”, das seinen Namen alle Ehre machte. Supergemütliches Ensemble wunderbarster Wohnzimmermöbel mit toller Atmosphäre. Also aufgebaut, soundgecheckt und aufgemacht zum Essen fassen.

Und hier nahm dann Missgeschick Nr.2 seinen Lauf. Axels Pizza beinhaltete anscheinend irgendwelche Inhaltsstoffe, die ihm pünktlich zum Konzert den Magen umdrehten. Aber der arme Kerl schlug sich wacker durch über eine Stunde Konzertprogramm und hielt durch. Eine Zugabe war so aber nicht mehr drin – sonst wäre es wohl zu einer Bühnenshow gekommen, die selbst der Bloodhound Gang oder GG Allin alle Ehre gemacht hätte. Wir führen das hier nicht weiter aus.

Jetzt bloß nicht an Pizza denken.

Das Konzert war auch anderweitig leider häufig ein Kampf mit widrigen Umständen: Ausgefallene Batterien, fehlende Kapodaster und was sich sonst noch fand. Da denkt man, nach einer Tour könne einen nix mehr schocken. Und lernt, wie sehr man sich irren kann. Gott sei Dank schien all dies das Publikum nicht wirklich zu stören. Ganz im Gegenteil,
wie wir erleichtert feststellen konnten. Viele aufmerksame und glückliche Gesichter, gekaufte CD’s und positives
Feedback gaben uns doch noch das Gefühl, den Leuten einen schönen Abend und guten Start in die Samstagnacht Berlins bereitet zu haben.



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