So, hier dann schließlich doch noch der 3. Teil unseres kleinen Tourtagebuchs. Wo waren wir denn das letzte Mal stehengeblieben? Richtig, Hannover. Die dritte Etappe der Tour sollte uns bis fast an die polnische Grenze in das Steinhaus Bautzen und von da nach Halle ins Hühnermanhattan und schließlich in das Intersoup nach Berlin führen. Danach ging es in einer nächtlichen Odissey zurück nach Bremen, wo wir uns von unserem feinen und treuen Bus verabschieden mussten und erstmal ein paar Tage Pause hatten. Aber eins nach dem anderen…

Tag 8.: Das Indoorfest im Steinhaus Bautzen

Heute sollte es mal ein wenig Abwechslung zum normalen Touralltag geben. “Abenteurentertainment” hatte zum Indoorfest nach Bautzen geladen. Das ganze war ein kleines Drinnen-Festival und außer uns waren noch 4 andere Bands am Start – also nicht das übliche Tiger-Solokkonzertprogramm, sondern straffe 30 Minuten. Auch mal ganz nett. Kaum angekommen liessen wir uns erstmal durch das tolle Steinhaus führen. So eine Jugend- und Kultureinrichtung hätte ich auch gerne mal in meiner Stadt gehabt. Wir genossen dann erstmal den geräumigen Backstageraum mit großartiger Verpflegung und hatten sogar noch Zeit Limetten zu kaufen. “Ich, Alexander” eröffnete schließlich den Abend mit deutschprachigem Indie-Pop mit Ecken und Kanten – leider waren noch nicht sehr viele Leute da, um ihm zu lauschen. Uns hats trotzdem gefallen. Danach dann wir als zweite. Netter Gig, auch wenn immer noch nicht sehr viel los wahr und man sich die ganze Zeit nicht so sicher war, ob die Anwesenden nicht lieber gleich die nachfolgenden Bands mit härterer Gangart hätten hören wollen. Wir gaben natürlich trotzdem alles und hinterliessen durchaus zufriedene Gesichter.

Im Anschluss beschlossen wir aber doch Bautzen den Rücken zu kehren und statt den anderen Bands zu lauschen noch Richtung Leipzig aufzubrechen – schließlich stand am nächsten Tag das Hühnermanhattan im benachbarten Halle auf dem Programm. In unserer üblichen Leipzig-WG-Homebase kauften wir uns dann mit Havana-Club, Limetten, Cola und ein paar Kilo Eiswürfeln ein. Cuba Libre und Tanzen im “Ilses Erika” – eine gute Kombination! Am nächsten morgen ausführlicher Katerfrühstück-Brunch im “Puschkin” und schließlich Aufbruch nach Halle.

Tag 9: Hühnermanhattan in Halle

Den Ort des Geschehens zu finden stellte sich diesmal als schwerer heraus, als wir dachten. Nachdem wir einen langen, dunklen und vereisten Hinterhof durchquert hatten, fanden wir endlich den Durchgang zum Hühnermanhattan. Und es war großartig. Eine große, karge, kalte Halle mit einem großen Ofen in der Mitte, der die Temperatur aber auch nur leicht anhob. Kunst an den Wänden und ein paar Sessel und Stühle verteilt. Insgesamt eine wirklich besondere und stimmungsvolle Athmosphäre – ob sich hier allerdings wirklich jemand hinverirren würde, fanden wir eher zweifelhaft. Inzwischen waren unsere alten bekannten von “LiHanabi” eingetroffen, mit denen wir schonmal im “Postkult” in Halle einen tollen Abend gehabt haben und die das Konzert für uns netterweise und kurzfristig organisiert hatten. Und dann kamen auch wirklich Leute – und zwar richtig viele. Besonders für einen Sonntag war das hier wirklich eine Riesenüberraschung. LiHanabi eröffneten den Abend mit einem wunderbaren Set. Klarer Sound, tolle Arrangements und beeindruckende Stimme. Auch für uns war es ein sehr schönes Konzert. Hier müsste man mal ein Video drehen! Danke an alle die ihren Weg hierher gefunden haben, danke an den Hausherrn Gabriel und Danke an LiHanabi. Nachts dann zurück nach Leipzig und diesmal früher schlafen.

Tag 10: Intersoup in Berlin

Frisch gestärkt mit leckerem selbstgekochten Essen kehrten wir Leipzig den Rücken und fuhren in Richtung Hauptstadt – so langsam merkten wir alle, wie viele Tage Tourstrapazen uns schon in den Knochen steckten. Niklas verbrachte deswegen die Fahrt auf der Rückbank schlafend während der Rest dem Finale von “Drei Männer im Schnee” lauschend auf der Autobahn gen Norden steuerte. Die letzten Kilometer durch die Hauptstadt wechselten wir dann auf den lokalen Jazzsender, was genau der richtige Soundtrack war, um in der Abenddämmerung durch Berlin zu rollen. Im Intersoup wurde dann schnell aufgebaut und Sound gecheckt, um danach die (irgendwie logisch) Suppe des Tages zu uns zu nehmen. Sehr, sehr lecker und genau das richige um sich aufzuwärmen und nochmal Kräfte zu mobilisieren.

Gegen 21.30 heisst es dann “Showtime” für das letzte Konzert dieser Etappe. Der kleine Kellerraum ist gut gefüllt, einige Leute müssen sogar stehen. Wir mobilisieren nochmal die letzten Kräfte und kriegen auch Berlin zum singen. Besonders schön ist es, dass mal wieder so viele bekannte Gesichter im Publikum zu finden sind. Irgendwie ziehts ja immer alle nach Berlin. Freunde, Familie, Festivalbekanntschaften – großartig so ein Berlinkonzert. Leider blieb uns wieder mal zu wenig Zeit um all die Gespräche zu führen, die man hier hätte führen wollen. Wir hatten uns entschieden noch in der Nacht Richtung Bremen zu fahren, um am nächsten Tag nicht in Stress zu geraten – schließlich musste das Auto zurück zur Autovermietung. Mit Sven Regener und den Erlebnissen von Frank Lehmann bei der Bundeswehr im Ohr ging es also durch die Nacht in Richtung Bremen, dem heimischen Bett entgegen. 4 Tage regenieren lagen vor uns und dann nochmal Gas geben. In Witzenhausen und in Braunschweig. Bald gibts hier den Bericht des Tourfinales. Schaut mal wieder vorbei.

In Berlin selber waren wir anscheinend zu müde zum fotografieren. Dafür gibts zum Abschluss wieder ein paar Publikumsbilder. Leider auch weniger als die letzten Male.



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