Extra früh getroffen, extra früh den Wagen geholt, extra schnell eingepackt und extra flott losgefahren – aus gutem Grund: Heute ging es nach Görlitz und das liegt mal locker 600 km von Bremen entfernt. Die Fahrt war dann nicht nur lang, sondern leider auch alles andere als stressfrei. Unser eh schon knapper Zeitpan wurde von diversen Staus und Baustellen umgeschmissen und so kamen wir leicht abgehetzt im Basta in Görlitz an. Viel weiter östlich geht es in Deutschland übrigens quasi nicht mehr. Das selbstorganisierte Jugend- und Kulturzentrum liegt direkt an der Oder und auf der anderen Seite ist Polen. Einen olympiareifen Steinwurf entfernt quasi (auch wenn Steinwurf wohl noch keine olympische Disziplin ist – ihr wisst, was ich meine) . Leider hatten wir vorm Konzert weder Zeit für einen kurzen Spaziergang auf die andere Seite, noch war es uns möglich die wirklich wunderschöne Stadt Görlitz zu besichtigen. Wir machten uns auf Grund der fortgeschrittenen Stunde lieber gleich an den Aufbau und den Soundcheck. Später trudelten dann auch die Berliner Autoren ein – denn dies war ja kein ordinäres Konzert, sondern eine Lesung mit musikalischer Untermalung.

Das Basta war voll besetzt als wir den Abend dann musikalisch eröffnen durften. Es folgte ein munteres hinter- und durcheinander von Geschichten, Liedern und Dialogen. Durchaus angenehm zwischendurch auch mal nur Zuschauer zu sein und die skurill-amüsanten Allltagsschilderungen der 3 Berliner waren wirklich sehr hörenswert. Das Publikum schien begeistert und wir waren es auch. Nach dem Konzert dann nochmal kurz zu Fuß auf polnischen Boden gesetzt und dann ab in Richtung Schlafquartier.

Am nächsten Tag ging es wieder früh raus und ab auf die Autobahn. Schließlich mussten wir nicht nur ganz zurück bis Bremen, sondern auch noch ein ganzes Stück weiter bis ins kleine Nordseebad Otterndorf. Vorher noch schnell einen Abstecher ans Meer, um auch hier wenigstens das allernötigste gesehen zu haben und die obligatorischen Beweisfotos zu machen. Dann aber schnell ins Haduloha, wo das zweite Konzert dieses Wochenendes stattfinden sollte. Das Haduloha ist ein Restaurant, das seinen Gästen von Zeit zu Zeit etwas musikalische Abwechslung bietet – ziemlich gute Idee finden wir. Etwas Angst bekamen wir, als wir uns beim Soundcheck einer quasi nicht enden wollenden Tafel mit zu Abend essenden älteren Leuten gegenüber sahen. Die sahen irgendwie nicht so aus, als ob wir ihren musikalischen Geschmack bedienen können.

Nach einer Pause mit leckerer Hausmannskost sah die Lage aber schon anders aus. Trotz medialer Großoffensive an diesem Abend (Eurovision Song Contest, Fußball Länderspiel und Klitschko-Kampf) hatten sich ein paar wirklich interessierte Zuhörer versammelt und die endlose Tafel hatte sich in gemütlich arrangierte Tischgruppen verwandelt. Anfangs etwas zurückhaltend brachten wir das Publikum aber durch anhaltendes Dauerbödeln schließlich sogar zum Mitsingen und lautstarkem Einfordern von Zugaben. Danke an Rainer fürs Einladen und an Chris fürs Vermitteln dieses schönen Abends. Beim Zurückfahren konnten wir dann noch begeistert der Eurovision-Punktevergabe lauschen und merkten dabei garnicht, dass uns das Navi über die um diese Uhrzeit garnicht mehr fahrende Elbfähre nach Hamburg lotsen wollte, um da Richard abzusetzen. Also schlichen wir über Umwege durchs alte Land Richtung Hamburg und dann mit Vollgas nach Bremen zurück. Danke an Alle, die da waren! “We can’t go a minute without your love” ;)



One Response to “Das war: Bremen – Polen – Nordsee und zurück…”

  1. timmey sagt:

    ihr seit spitze! habe euch letzten sonntag live in Bremen gesehen.

    Höre sonst zwar hard rock und metal, aber eure musik war echt gut.

    mal was anderes – so schön ruhige texte.

    grüße aus ostfriesland