So, offiziell wäre das heute ja der 3. Tourtag, aber gefühlt kann man es eigentlich nochmal einen brandneuen Tourauftakt nennen. Endlich nach 5 Tagen Pause den großen Bus holen und bepacken, endlich richtig unterwegs von Stadt zu Stadt und jeden Abend ein Konzert. 10 Konzerte, 10 Tage am Stück. Hell yeah!

Das Tourbuspacken ist irgendwie immer so ein Phänomen für sich. Eigentlich passen all unsere Sachen in einen großen Kombi – machen wir normalerweise auch jedes Wochenende so. Kaum haben wir aber diesen Bus zu Verfügung ist er trotzdem voll bis obenhin. Aber egal, wir haben den Platz ja und wer nutzt schon Rückspiegel. Wir wollen ja eh geradeaus und geradeaus liegt heute Köln.
Leider wollen da aber anscheinend noch eine ganze Menge andere Leute hin. Die Straßen sind verstopft und nix geht mehr. Leicht beunruhigt ruft dann irgendwann auch Felipe vom Café Bunkers an und erkundigt sich, wann wir denn da sein werden. Wir beruhigen ihn damit, das wir schon geübt im Bühnenaufbau sind und das dann alles ganz schnell geht. Stimmt auch: Zusammen mit Clemens Fuhrbach (der heute seinen Bassisten dabeihat und für uns die Vorband macht) bingen wir Aufbau und Soundcheck ruckzuck hinter uns. Fehlt nur noch eine kleines, aber nicht ganz unbedeutenes Detail. Das Publikum!! Auf dem Balkon des Café Bunkers sitzt zwar schon eine kleine Gruppe netter Menschen, aber sonst herrscht leider noch gähnende Leere. In solchen Fällen hilft eigentlich nur eins: Erstmal ganz in Ruhe essen. Es gibt Kürbissuppe für Sebastian und leckere Flammkuchen für Richard und mich. Großartig!


Gerade als wir uns darauf einrichten mit mehr Musikern auf der Bühne zu stehen, als Personen im Publikum sitzen, geht es aber auf einmal los. Ein Grüppchen nach dem anderen beginnt die Plätze des Cafès zu bevölkern und schließlich sieht es dann ganz ordentlich aus. Und wie nett diese Kölner sind! Gut gelaunt, freundlich und in Kauflaune – unser halber Merchstand geht hier nach dem Konzert über die Theke, einige Größen der neuen Shirtkollektion sind schon heute ausverkauft! Alle sind also zufrieden: Das Publikum mit uns und Clemens Fuhrbach als Vorband (DANKE nochmal!) und wir auch mit einem großartigen 2. Tourauftakt mit extrem guter Aftershowparty mit Kölsch und netten Kölner Jungs & Mädels. Richard jammt spontan mit einem Herrn am Klavier mit interessantem Pianostil und Sebastian ist schließlich so in Fahrt, das er sich noch einem netten Jungspärchen anschliesst, um die Stadt zu erkunden. Ein Bremer mit Becksdose nachts um 4 auf der Domplattform. Gern hätte ich das gesehen. Richard und ich liegen aber um diese Zeit schon längst im Bett (praktischerweise direkt im besagten Kulturbunker unterm Dach). Für einige wenige Stunden schlaf stolpert schließlich auch Sebastian ins Zimmer. Großer Dank an Felipe, das er uns unseren sonst hoffnungslos in der großen Stadt verlorenen Sänger in den Morgenstunden wieder sicher zurückgebracht hat.


Leicht verkatert (Niklas & Richard) bzw. extrem zerstört (Sebastian) geht es am nächsten Tag dann weiter nach Leipzig. Wieder so eine lange Strecke. Leipzig ist eine unserer liebsten Tourstationen – leider müssen wir diesmal aber auf eine Unterbringung in unserere Lieblings-WG verzichten. Karo + Maria & Co, hoffentlich bis bald mal wieder! Wir haben euch vermisst. Alte Bekannte gibt es in Leipzig aber trotzdem. Martin, Christin und Sebastian sind altererprobte Tigerkonzertgänger und harter Kern der Tigegruerilla. Trotz einiger Konfusionen in der Organisation von Seiten des Veranstalters (Wechsel der Location, es hängen keine Plakate und liegen keine Flyer im Laden + fehlende Angaben auf der Noch Besser Leben-Homepage) sind viele nette und sympathische Leute da (seht euch mal die Publikumsgalerie unten an! Großes Kino!)). Statt im Noch Besser Leben findet das Ganze im großen aber sehr hübschen Westflügel statt, der eigentlich ein Veranstaltungsort für Figurentheater ist. Nach einem schönen Konzert und einem Abstecher in die Südvorstadt für einen Mitternachtssnack bei El-Amir heisst es schließlich früh und laaange schlafen. Großartig. So ein gemütlich Gästezimmer, wie im “Noch Besser Leben” bräuchte man immer.



Das 5. Tourkonzert soll am nächsten Tag in Berlin im Intersoup stattfinden. Da Leipzig-Berlin im Vergleich zu den anderen Strecken aber ein echter Katzensprung ist, geht der Tag entspannt los. Rumhängen, schlafen, Merchandise aufräumen und T-Shirtfotos für den Onlineshop machen (wobei sich Sebastian als vielseitiges Fotomodell herrausstellt). Höhepunkt des Vormittags ist ein mega leckeres Frühstück im gegenüberliegenden Programmkino-Theater-Kultur-Café. So gestärkt sind die 2 Stunden nach Berlin dann garkein Problem mehr. Im Intersoup wartet schon Andreas, der als “PlaySinglePlay” heute für uns den support machte und dem zahlreichen und echt gut gelaunten Publikum einen super Konzertstart beschert. Toller Typ mit großartigen Songs. So kann ja nix mehr schief gehen. Trotz leichter Technikprobleme spielen wir einen überdurchschnittlich guten Gig. Und das Publikum honoriert das mit Wippen, Sitztanzen, Lächeln und hauptstadtwürdigem Mitsingen, das sich mit dem Bremer Lagerhauspublikum messen kann – und das nicht nur bei den offiziellen Mitsingparts. Wir sind überwältigt und einfach zufrieden. Bei diversen leckeren Coktails klingt der Abend dann mit alten und neuen Bekannten aus.


Soviel also zum 2. Tourabschnitt. Gerade sitze ich in Göttingen und muss jetzt auch schnell los zum Aufbau im Cartoon – die anderen beiden schuften schon ohne mich. Vom heutigen Tag berichten wir dann irgendwann in den nächsten Tagen. Und: Wir filmen auch fleißig. Ob wir da aber noch vor dem Tourende das nächste Tourtagebuch online stellen können, kann ich nicht sagen. Wir geben unser Bestes. Und zum Schluss wollen wir die schöne Tradition der Publikumsgalerie wieder aufleben lassen. Also: Hier kommt ihr!





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