Nach einer Nacht in einer Küche in einer Wohnung direkt neben dem Zentralrat der Juden gehen wir erstmal auf der Friedrichstraße einen Kaffee trinken und lassen uns die Berliner Luft um die Nase wehen. Und wenn wir schon mal im dicken “B” sind, dann können wir auch noch auf den (West) Berliner Funkturm rauf und uns das Ganze von oben ansehen. Die Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitsaufzug ist….kurzvorherzkasper. Oben erwartet uns eine großartige Aussicht nebst Dunstglocke. Das´s Berlin, Alter. Diesen Ausblick nutzen wir gleich mal als Kulisse für ein paar Kurzinterviews für unser Tourtagebuch. Würde sicher toll aussehen – wenn wir denn die verdammte Kassette wiederfinden würden. Verloren im Tourtrubel, aber Schwund gibts immer. Runter vom Turm gehts dann wieder mit gefühlten 200 km/h. Dann heisst es aber mal wieder tschüß Berlin, auf nach Göttingen…


In Göttingen war´n wir ja auch schon ein paar mal und kommen immer wieder gerne hin zurück. Es ist Montag, was in Göttingen schon fast eine kleine Tigertradition ist und wir sind ziemich früh dran. Drum sitzen wir erstmal im Café und Sebastian schlürft Yogi Tee. Leider ohne Spruch. Muss auch mal gehen. Im Cartoon später flux aufgebaut und gestaunt wie viele Leute sich Montagabend zu uns aufgemacht haben. Der Laden ist wieder einmal ziemlich voll und wir spielen so lange bis Fugu endlich kommt und wir aufhören können. Haha. Nachher gab´s noch den obligatorischen Weihnachtstequila… War´n toller Abend mit tollem Publikum. Unsere Unterkunft ist heute die Studentenbude von Richards Cousin, danke nochmal an dieser Stelle.


Am nächsten morgen dann gemütliches Frühstück beim lokalen Bäcker und wieder rauf auf die A7 Richtung Norden. Für die Verpflegung sorgt heute Sebastian, der als erstes eine volle Einkaufstüte leckerer, gesunder Sachen in einem Supermarkt nahe der Autobahn besorgt und dann zu Hause bei den Eltern von Niklas endlich mal eine vollwertige, selbstgekochte und superleckere Mahlzeit zaubert. Das ist eins der Dinge, die man sonst auf Tour wirklich vermisst. Dann weiter nach Lüneburg. Das Lüneburger Konzert ist leider nicht sehr viele Worte wert – einfach nicht so recht unser Laden und bis auf wenige Ausnahmen defintiv nicht unser Publikum. Lichtblick ist heute aber unser erstes Zusammentreffen mit Sascha Blohm, der sich heldenhaft durch sein Set kämpft. Um noch ein schönes gemeinsames Konzert zu haben, laden wir ihn gleich auch nach Hamburg am nächsten Tag ein.



Bevor wir aber in Hamburg Station machen, fahren Sebastian und Niklas erstmal ins nahe Bremen zurück. Endlich einmal im Heimathafen Station machen – das tut wirklich gut. Das eigene Bett, das eigene Badezimmer, selbst kochen: Daumen hoch! Da es nicht weit ist bis Hamburg können wir uns bis in den Nachmittag Zeit lassen und fahren dann gemütlich in Richtung St. Pauli und Chavis Kulturcafé und treffen vor der Bar leicht überrascht auf die wirklich-wahrhaftige Lilo Wanders. Echt, kein Scherz! Und grooooß ist sie. Leider bleibt Lilo nicht für unser Konzert sondern ist nur “auf der Durchreise”. Schade. Auch ein Beweisfoto zu machen haben wir uns nicht so recht getraut. Das Chavis ist ein Laden, der mit ganz viel Liebe betrieben wird. Megaleckeres essen, tolle Athmosphäre und herzliche Gastgeber. Wir spielen heute mit ganz reduzierter Anlage – quasi fast komplett unplugged. Und das Publikum ist so aufmerksam und ruhig wie in bis jetzt keiner Location auf dieser Tour. Sascha bekommt nacht gestern endlich einen Auftritt, der ihm gebührt. Und auch wir fühlen uns so wohl. Bei E.T. stellen wir dann auch den letzten kleinen Verstärker aus und jetzt herscht wirklich absolute Stille bis zum letzten Ton!

Trotz ziemlicher Müdigkeit lassen wir es uns nicht nehmen mit Sascha und seinem Mitbewohner (dem Schlagzeuger der Hamburger Band Findus) noch ein paar entspannte Bierchen in der Molotov Bar zu trinken. Hier könnte man eigentlich auch mal spielen. Dann aber schlafen gehen – wir haben ja noch viel vor.



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