Unser Offday verflog natürlich wie im Flug. Kaum waren wir zu Hause angekommen war es eigentlich auch schon wieder Zeit alles zusammenzupacken und unser neues Heim für die nächsten 2 Wochen zu beziehen: Unseren Tourbus. Platzprobleme hatten wir heute definitiv nicht. Mit Vorfreude ging es Richtung Hannover – denn hier sammelten wir heute endlich Bernhard ein, der uns ab heute am Cello verstärken würde. Weil die letzte Probe schon etwas länger her war, hatten wir beschlossen nochmal bei Niklas’ Eltern Station zu machen und eine kleine Intensivprobe einzuschieben. Ist einfach etwas entspannter mit Blick auf den sonnigen Garten zu musizieren und dabei einen leckeren Espresso zu schlürfen als noch schnell im Intersoup-Kellerkonzertraum alles durchzuspielen. Viel Zeit blieb aber leider nicht – ist schließlich doch eine lange Strecke nach Berlin. Als uns dann auch noch eine Autobahnsperrung wegen einem verunglückten Schweinetransporter dazwischen kam, wurde es wirklich eng. WIr rollten durch verstopfte Landstraßen und kleinste Dörfer – unser Zeitplan war so nicht mehr zu halten. Wir kamen deutlich zu spät.

Der Aufbau und Soundcheck ist Berlin musste deshalb extra schnell gehen, was etwas schade war, weil wir gerne mehr Zeit gehabt hätten, um dem Cello den perfekten Sound zu geben und uns vor Ort an die neue Besetzung zu gewöhnen. So musste halt alles schnell gehen. Sound war aber trotzdem sehr gut, wie uns anwesende Musikerkollegen versicherten. Der eigentlich als support “Playsingleplay” musste heute leider absagen – wurde aber durch Guillermo von “TIpps für WIlhelm” mehr als würdig ersetzt. Hört mal in die TV-Noir Folge, wo er zusammen mit Judith Holofernes zu Gast war. Er spielte schöne, meist schwermütige Songs über die Abgründe des Alltags und begeisterte sowohl uns als auch das Publikum im gut gefüllten Intersoup-Keller.


Für uns hiess es danach Premiere. Wir schlugen uns, trotz leichter Aufregung und Anspannung, ziemlich gut. Es ist einfach großartig, wie das Cello den neuen und alten Stücken eine sehnsuchtsvolle, neue Klangfarbe hinzufügt. Da würde man zwischen durch fast lieber einfach lauschen, als weiterzuspielen. Das Pulikum war gut drauf – unsere Lieblingstigerguerilleras aus Berlin tanzten und sangen sogar das ganze Konzert durch. Großartig!!! Danke!!! Besonders freut es uns heute das erste Mal Fränki von der Bookingagentur “Zeit zu bleiben” zu treffen, der sich zukünftig, um das Buchen unserer neuen Konzerte kümmern wird.

Unser Nachtlager wurde heute bei Sebastians Vater aufgeschlagen, der uns mit Mitternachtssnack, Kuchen, Frühstück und Kaffee super versorgte. Von hier konnte es am nächsten Morgen weiter Richtung Kiel gehen. Pech Nr. 1 war das Parkticket, um das wir mit unserem etwas kreativ gewählten Parkplatz leider nicht herumgekommen waren. Pech Nr. 2 war dann eine erneute Autobahnsperrung wegen eines bitteren Unfalls. Aus dem guten Plan so richtig früh in Kiel zu sein, um wenigstens heute ganz in Ruhe den Sound zu checken wurde nix. Wir kamen wieder just in time an und mussten so vor vollem Haus aufbauen, Sound checken und sofort loslegen – nicht mal Zeit für eine Zigarette blieb noch. Im Prinz Willy ist nämlich das Zeitlimit streng. 10 Uhr muss Schluss sein. Das ist aber auch schon der einzige kleine Nachteil dieser ansonsten wunderbaren Location. Gemütlich, hübsch – außerdem ist Willy richtig aktiv, was die Werbung und Pressearbeit angeht. Sogar Deltaradio sagte unser Konzert heute an. So war das Haus richtig schön voll. Auch ohne viel Zeit zauberten wir einen richtig guten Sound. Heute war das Zusammenspiel bereits so locker und routiniert, als ob wir schon ein paar Touren zusammen mit dem lieben Bernhard absolviert hatten. Es folgte eine kurze Rückfahrt nach Hamburg – doch statt früh ins Bett zu gehen folgten wir doch dem Ruf der nahen Reeperbahn. Erst im Morgengrauen kommentierten die gerade erwachten Vögel unsere wankende Rückkehr in Richards Wohnung.


Gott sei Dank hatten wir es am nächsten Tag ja nicht weit. Im Salon Hansen in Lüneburg waren wir heute das erste Mal zu Gast. Zu unserer Freude sammelten wir in Hamburg heute unseren Lieblingssupport Sascha Blohm ein und lauschten auf der Fahrt dem von ihm zusammengestellten TigerTape, das Gott sei Dank keine Musik von uns enthielt (die hören wir zur Zeit ja oft genug). In Lüneburg waren wir dann so früh, das wir sogar noch Zeit hatten Flyer in der Innenstadt zu verteilen UND entspannt Soundcheck zu machen und zu essen. Leider fanden heute nicht allzuviele Lüneburger den Weg in den Salon Hansen. Schade, wir hatten nämlich einen wirklich guten Tag. Eine Songs hätte man so aufnehmen und direkt auf CD brennen können. Die wenigen Anwesenden (inkl Bernhards Bruder) zeigten sich dann auch sichtlich (und hörbar) begeistert. Ein versöhnlicher Abschluss trotz der wenigen Zuhörer.


Ein weiterer Lichtblick: Die nette Unterbringung bei Janita auf super gemütlichen Sofa + Matrazen in einer Wohnung voller Inneneinrichtung der Kategorie Rosa & Hello Kitty. Sogar das Toilettenpapier war lila. Wir schliefen sofort und wie Steine – es gab schließlich noch einiges an Schlaf aufzuholen. Es standen ja noch Hannover und Köln auf dem Programm, bevor es wieder für knapp 2 kostbare Tage in die Heimat gehen sollte.



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